Thorsten Kellner Architektur

Rückbesinnung auf das Wesen der Baukunst

Thorsten Kellner Architektur

Rückbesinnung auf das Wesen der Baukunst

Bild Kunsthochschule 1

Meine Person

Geboren 1966, gehöre zu jenen, die man gemeinhin als Baby-Boomer bezeichnet. Ich wuchs in guten Verhältnissen auf. Heute weiß ich, sie waren paradiesisch. Der Bezug zum Wahren, Echten, Wirklichen und Natürlichen ist in meiner Kindheit begründet worden. Meine Eltern schenkten mir in meinem vierten Lebensjahr hunderte von riesigen Holzbauklötzen. Das war wohl prägend. Das Paradies währte nicht ewig und ich geriet an eine Schule ohne Autorität, dafür mit vielen Autoritären und Ideologen, durchtauchen. In meiner ganzen Jugend hatte ich den Traum, Flugzeuge zu bauen, die für mich der dingliche Inbegriff von Freiheit, Kraft und Herrlichkeit waren und irgendwie immer noch sind. Das Schicksal warf mir einen Felsblock in den Weg und ich dachte nach und dachte an meine Bauklötze und kam zur Architektur. Die nächste Schule wählte ich selbst. Es war die Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Diesmal hatte die Schule einige Autoritäten, wie ich heute weiß, große Köpfe. Es gab nichts Autoritäres und totale Freiheit. Gemeinsam mit der vorangegangenen hatte sie die Ideologen. Die Freiheit im Sinne Jean-Jacques Rousseuas, die darin liegt, nicht tun zu müssen, was man nicht tun will, ist ein Prinzip in meinem Leben geworden. Auf meine Arbeit bezogen bedeutet das, dass die Arbeiten, die man nicht macht, wichtiger sind als die, die man macht. Rückblickend kann ich nach Jahrzehnten des Wachsens sagen: Ich bin Architekt. Einiges habe ich in diesen Jahrzenten mit Freude gelernt. Anderes habe ich schmerzlich erfahren. 

Palladio klein

Denken

Architektur ist die umfängliche Gestaltung unseres Lebensraumes, unserer realen, materiellen Welt. Dazu zählen auch die Gestaltung der Städte und Landschaften, die Technik, Innenausstattung, Bildhauerei und Malerei. All diese Fächer werden von der Architektur beinhaltet. Erst die Formulierung oder das Erkennen des Ganzen ermöglicht die Festlegung in den einzelnen Fächern und die Festlegung derer Freiheiten. (Die Kenntnis über die Möglichkeiten der Einzelbereiche und deren gegenseitiger Einflüsse muss beim Architekten so weit entwickelt sein, dass diese wie selbstverständlich von den ersten Überlegungen bis zur Fertigstellung ineinandergreifen.) Architektur ist universell. Das ist auch der Grund dafür, dass es lange dauert bis man Architekt ist. Auf dem Weg dort hin macht man Ausflüge in die eine und die andere Richtung. Es gibt einige ganz wesentliche Grundelemente in der Architektur. Das erste ist der Mensch. Der schöne Satz „Erst bauen Menschen Häuser, dann bauen Häuser Menschen.“ beschreibt, was Architektur vermag. Ein Gebäude ist die Kristallisierung menschlicher Beziehungen und gleichzeitig der Gestalter menschlicher Beziehungen. Stellt es sich gegen die Grundbedürfnisse des Menschen, wird er es ablehnen und abbrechen. Das Gebäude muss sich an dem ausrichten, was der Mensch seit Jahrzehntausenden ist und nicht an Moden, Einbildungen oder Ideologien. Das zweite Grundelement ist der Ort. Die Wahl des Ortes ist exemplarisch am besten in der unbebauten Natur zu betrachten. Man wählt einen erhöhten, trockenen Bauplatz mit gutem Boden, nicht weit von einem Weg. Wenn dann noch ein Gewässer in der Nähe ist und man einen schönen Blick hat, ist das der Ort, an dem man sein kann. Orte haben gute oder schlechte Energien, die die meisten von uns verlernt haben wahrzunehmen. Das Gebäude kann aus dem Ort erwachsen. Die Umgebung, der Boden und das Land können die Baustoffe zu dessen Errichtung geben. Ein Gebäude muss mit der Umgebung sein. Es darf sich nicht gegen sie stellen. Das Gesagte ist auf städtische Zusammenhänge ebenso anwendbar. Der Bauort hat einen Willen, den man erkennen muss. Arbeitet man mit diesem wird sich das höchst positiv auf das Gebäude auswirken. Das dritte Grundelement ist die Ordnung. Jedes Wesen, ob Tier oder Pflanze, folgt einer inneren Ordnung. Es ist notwendig, dass unser Lebensraum ebenfalls einer Ordnung folgt. Damit ist auch, aber nicht notwendigerweise, eine Hierachie gemeint. Alle als schön empfundenen Dinge zeigen eine Ordnung. Die ästhetische Ordnung ist die Kunst der Proportion und der Detailierung. Die Proportion ist hauptsächlich die der Räume und nicht die der Fläche. Das Verhältnis von Länge, Breite und Höhe eines Raumes ist bestimmend für die Wahrnehmung dessen als schön. Mir sind zwei Architekten bekannt, die über Raumproportionen Aussagen gemacht haben. Der eine ist Andrea Palladio, der andere Lambert Rosenbusch. Palladio hat globale Aussagen über die „Höhe der Zimmer“ gemacht. Rosenbusch hat ein zum goldenen Schnitt analoges Verhältnis im Raum herausgefunden und es zeichnerisch wie mathematisch hergeleitet. Selbstverständlich ist die Schaffung funktionaler Ordnungen. Das vierte Grundelement stellen die Umstände dar. Zu den Umständen gehören die vorhandenen Mittel. Dazu zählen die personellen, finanziellen, politischen, juristischen, technischen und handwerklichen Mittel. In den Umständen lauern die größten Risiken. Jeder am Bau Beteiligte hat in aller Regel seinen größtmöglichen monetären Vorteil im Auge und  überhaupt kein anderes Interesse am Bau. Ein höheres Interesse am Gebäude und eine Identifikation bei den Beteiligten herbeizuführen und gleichzeitig deren spezielle Fähigkeiten und Anregungen mit einfließen zu lassen sind eine schwierige Aufgabe in der Architektur. Auch die Seelenzustände der Beteiligten werden sich im Gebäude kristallisieren. Das fünfte Grundelement sind die Techniken und Materialien, die Anwendung finden. Auch hier arbeitet man mit und nicht gegen die Möglichkeiten Auch hier findet schon sehr frühzeitig eine Beschäftigung statt.

Die nebenstehende Zeichnung stammt aus den vier Büchern zur Architektur von Andrea Palladio.

bauen 1

Bauen

Das Bauen ist die konkrete Schaffung von sinnlich erfahrbaren, materiellen, physischen Zusammenhängen, eines Dings. Die Tatsächlichkeit ist die wesentliche Eigenschaft von Dingen. Sie scheinen unbelebt. Sie sind aber das Ergebnis lebendiger Handlung oder mindestens der Prozesse des Lebens. Man kann die Belebtheit dabei ins unendliche erweitern. Das Universum ist dann ein lebendiger Organismus. Demzufolge ist jedes Sandkorn lebendig. Es scheint für uns nur nicht so zu sein. Der Unterschied vom gebauten Ding zu seiner vielleicht ebenso sinnlich erfahrbaren Simulation ist der von Sein zu Schein. Das Bauen ist also die Wandlung des Scheins zum Sein. In der realen Welt gehen weder Material noch Energie verloren. Bauen bedeutet also immer, etwas seinem bisherigen Verwendungszweck, seiner bisherigen Bestimmung zu entziehen und einer neuen zuzuführen. Die Frage muss hier vor dem Bauen sein „Was muss man bauen?“ und nicht „Was kann man bauen?“. Vor dem Bauen ist im Denken wohl abzuwägen, welchen Sinn und Zweck das Gebaute haben kann. Das Bauen eines Hauses bedeutet die Verwirklichung eines Gedankengebäudes, dessen Handlungsanweisung (Algorithmus) der Plan ist. Der Plan kann auch als vorauseilendes Abbild verstanden werden. Aus der Umsetzumg der  Handlungsanweisung resultieren Erkenntnisse, die schon die umzusetzende, spätestens aber die nächste Handlungsanweisung verändern. Im guten Fall entsteht ein ewiges, fruchtbares Wechselspiel aus Denken und Bauen. Wie in „Denken“ schon beschrieben verfestigen sich die Gedanken und Gefühle der Bauenden im Ergebnis. Selbst wenn das Haus mangelfrei bleibt, wird es immer einen schlechten Geist haben, wenn es ohne Hingabe errichtet wurde. Der gute Plan, umgesetzt von guten Geistern mit gutem Material, erschafft das gute Haus.

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Entwurfszeichnungen klein
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Tuttlewski Gartenhaus
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Triptychon
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Zusammenstellung

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19246 Kogel

 

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Berufsbezeichnung: Architekt,

verliehen in Deutschland,

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Berufsständische Vertretung:

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Alexandrinenstraße 3

19055 Schwerin

 

Rechtsgrundlage:

Architekten-und Ingenieurgesetz

Mecklenburg-Vorpommern

 

 

 

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